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Zu Hause ist zu einem schwierigen Terminus geworden. Mit gegenwärtigen Mobilitätsoptionen und Flexibilitätsanforderungen sind neue Kombinationen von Sesshaftigkeit und Mobilität, Migration und Wohnen zu beobachten, die die Vorstellungen vom „zu Hause sein“ verändert haben. Schon die gestalterischen Aktivitäten des historischen Bauhauses hatten das „Wohnen“ zum Gegenstand: Wohnungen wurden hier zu Agenturen des Einübens einer modernen durch Industrie und Technik geprägten Lebensweise. Der Freischwinger bildet paradigmatisch die Vorstellung vom Leben auf dem Sprung ab, das der falschen Gemütlichkeit des bürgerlichen Wohnzimmers den Rücken kehrte. So hat die Moderne generell die Bleibe unter Verdacht gestellt: das Wissen um die grundlegende Heimatlosigkeit des Menschen bestimmte die reduzierte Häuslichkeit. Das Unbehagen an den Bauhauswohnungen verweist auf die Spannungen zwischen den Topoi Bleibe und Unterwegs- Sein, ein Schema, das bis in die Gegenwart hinein Kontinuität beansprucht. Die zweite Internationale Sommerschule der Stiftung Bauhaus Dessau wird sich mit neuen Formen translokalen Wohnens beschäftigen. Dessau selbst ist dabei in zweierlei Hinsicht ein geeigneter Ausgangspunkt: die Stadt war in den zwanziger Jahren Schauplatz innovativer Experimente des sozialen Wohnungsbaus und ist heute nicht nur von Abwanderung und Schrumpfung betroffen sondern hat mit neuen national und transnational orientierten Institutionen auch eine mobile Bevölkerungsschicht, die zwischen den großen Zentren Berlin, Leipzig hin und herpendelt. Im Rahmen der Sommerschule wird eine öffentliche Vortragsreihe an lokalen Schauplätzen unterschiedliche Facetten des in Bewegung gebrachten Wohnens in der Moderne reflektieren. Internationale Experten werden aus verschiedenen Blickwinkeln heraus die Visionen und Entwürfe des zur Disposition gestellten Wohnens verhandeln.
Sonntags-Vortragsmarathon am 25. Juli 2010
10.30 Uhr 'Das »Wohnen« üben - zum Situationscharakter des Wohnens' - Jürgen Hasse (Frankfurt/Main) 13.00 Uhr 'Not at home: Häuslichkeit in der Moderne' - Penny Sparke (London) 15.00 Uhr 'Natürliches Bauen und Wildes Siedeln' - Gerd Kuhn (Stuttgart) 17.00 Uhr 'Global dwelling cultures' - Anthony D. King (London)
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